07.07.2025, 10:04
In Übertragungen von
Richard Zoozmann
1921
Neunzehntes Sonett
Welch großes Mitleid hab ich trauern sehen
Auf Eurem Antlitz – und wie lieb und gut
Hat sinnend Euer Aug auf mir geruht,
Den seines Kummers Wucht gebeugt ließ stehen.
Ich spürte wohl, es könnt Euch nicht entgehen
Wie dunkel hinströmt meines Lebens Flut;
Mir bangte auch: Ihr säht, wie Kraft und Mut
Zur Angst und Schwäche mählich mir verwehen.
So floh ich Eure Gegenwart, damit
Nicht neue Tränen aus dem Aug mir triebe
Der schmerzlich-wehe Blick, der mich getroffen.
„Tot ist, o schmerzgewohntes Herz, dein Hoffen!
Der Trost nur stärkt mich: daß dieselbe Liebe
In Euch auch wohnt, die mir das Herz zerschnitt“.
.
Richard Zoozmann
1921
Neunzehntes Sonett
Welch großes Mitleid hab ich trauern sehen
Auf Eurem Antlitz – und wie lieb und gut
Hat sinnend Euer Aug auf mir geruht,
Den seines Kummers Wucht gebeugt ließ stehen.
Ich spürte wohl, es könnt Euch nicht entgehen
Wie dunkel hinströmt meines Lebens Flut;
Mir bangte auch: Ihr säht, wie Kraft und Mut
Zur Angst und Schwäche mählich mir verwehen.
So floh ich Eure Gegenwart, damit
Nicht neue Tränen aus dem Aug mir triebe
Der schmerzlich-wehe Blick, der mich getroffen.
„Tot ist, o schmerzgewohntes Herz, dein Hoffen!
Der Trost nur stärkt mich: daß dieselbe Liebe
In Euch auch wohnt, die mir das Herz zerschnitt“.
.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

