29.12.2024, 02:41
In Übertragungen von
Richard Zoozmann
1921
Fünfzehntes Sonett
So wunderlieblich und so sittsam zeigt
Die Herrin sich, wenn hold sie Grüße spendet,
Daß gleich der laute Mund erschrocken schweigt,
Der dreiste Blick sich scheu zu Boden wenden.
Taub allem Lob, das man an sie verschwendet,
Geht sie, in Demut fromm die Stirn geneigt:
Als ob, vom Himmel selber hergesendet,
Ein Engelswunder auf die Erde steigt.
So lieb zu schmeicheln weiß sie allen Blicken,
Daß selge Wonnen das Gemüt erquicken –
Wen die noch nicht durchrieselt, ahnt sie nicht.
Von ihren Lippen scheint mit leisem Beben
Ein unsichtbarer Liebeshauch zu schweben,
Der „Seufze! seufze!“ fromm zur Seele spricht.
.
Richard Zoozmann
1921
Fünfzehntes Sonett
So wunderlieblich und so sittsam zeigt
Die Herrin sich, wenn hold sie Grüße spendet,
Daß gleich der laute Mund erschrocken schweigt,
Der dreiste Blick sich scheu zu Boden wenden.
Taub allem Lob, das man an sie verschwendet,
Geht sie, in Demut fromm die Stirn geneigt:
Als ob, vom Himmel selber hergesendet,
Ein Engelswunder auf die Erde steigt.
So lieb zu schmeicheln weiß sie allen Blicken,
Daß selge Wonnen das Gemüt erquicken –
Wen die noch nicht durchrieselt, ahnt sie nicht.
Von ihren Lippen scheint mit leisem Beben
Ein unsichtbarer Liebeshauch zu schweben,
Der „Seufze! seufze!“ fromm zur Seele spricht.
.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

