20.09.2024, 10:49
In Übertragungen von
Richard Zoozmann
1921
Elftes Sonett
Die Liebe wohnt in meiner Herrin Blicken,
Die, was sie anschaun, wunderbar verklären;
wem einen Gruß sie gnadenvoll gewähren,
Dem bebt durchs Herz unsagbar ein Entzücken.
Der muß die Stirn betroffen abwärts kehren,
Ob seiner Mängel seufzend, die ihn drücken;
selbst Haß und Hochmut muß vor ihr sich bücken –
Drum helft, ihr Frauen, mir, sie hoch zu ehren!
Wer schlürfen darf des Mundes süßen Laut,
Dem schwillt das Herz in ehrfurchtsvollen Wonnen;
Drum selig, wer das erstemal sie schaut.
Doch wenn sie kaum zu lächeln hat begonnen:
Kein Wort kanns schildern, kein Vergleich erreichen –
Ein Wunder ist es, neu und ohnegleichen!
.
Richard Zoozmann
1921
Elftes Sonett
Die Liebe wohnt in meiner Herrin Blicken,
Die, was sie anschaun, wunderbar verklären;
wem einen Gruß sie gnadenvoll gewähren,
Dem bebt durchs Herz unsagbar ein Entzücken.
Der muß die Stirn betroffen abwärts kehren,
Ob seiner Mängel seufzend, die ihn drücken;
selbst Haß und Hochmut muß vor ihr sich bücken –
Drum helft, ihr Frauen, mir, sie hoch zu ehren!
Wer schlürfen darf des Mundes süßen Laut,
Dem schwillt das Herz in ehrfurchtsvollen Wonnen;
Drum selig, wer das erstemal sie schaut.
Doch wenn sie kaum zu lächeln hat begonnen:
Kein Wort kanns schildern, kein Vergleich erreichen –
Ein Wunder ist es, neu und ohnegleichen!
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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

