18.09.2024, 10:26
In Übertragungen von
Richard Zoozmann
1921
Zehntes Sonett
Die Liebe und ein Herz, dem Adel eigen,
Sind eins: so hörten wirs den Weisen künden.
Wie sich Verständge stets verständig zeigen,
Sieht man auch jene zwei sich eng verbünden.
Und pflanzt Natur zum mächtigsten Empfinden
Den Trieb ins Herz; da hüllt ihn Schlaf und Schweigen.
Bald früh, bald spät wird er sich dem entwinden,
Von Frauenreiz erweckt, ans Licht zu steigen.
Der Schönheit Zier, die züchtge Frauen schmückt,
Dringt tiefins Herz durchs trunkne Auge nieder
Und zündet sehnsucht nach der Liebe an.
Verdoppelt pocht das Herz und fühlt entzückt,
Wie Liebe dehnt erwachend ihr Gefieder –
So wirkt wohl auch beim Weib ein edler Mann!
.
Richard Zoozmann
1921
Zehntes Sonett
Die Liebe und ein Herz, dem Adel eigen,
Sind eins: so hörten wirs den Weisen künden.
Wie sich Verständge stets verständig zeigen,
Sieht man auch jene zwei sich eng verbünden.
Und pflanzt Natur zum mächtigsten Empfinden
Den Trieb ins Herz; da hüllt ihn Schlaf und Schweigen.
Bald früh, bald spät wird er sich dem entwinden,
Von Frauenreiz erweckt, ans Licht zu steigen.
Der Schönheit Zier, die züchtge Frauen schmückt,
Dringt tiefins Herz durchs trunkne Auge nieder
Und zündet sehnsucht nach der Liebe an.
Verdoppelt pocht das Herz und fühlt entzückt,
Wie Liebe dehnt erwachend ihr Gefieder –
So wirkt wohl auch beim Weib ein edler Mann!
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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

