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Sonnets 075
#3
In der Übersetzung von
Johann Gottlob Regis



LXXV.

Was Brot dem Leben, was lauwarmer Regen
Dem Erdreich ist, das bist du meinem Geist:
Und solches Kämpfen führ’ ich deines Friedens wegen,
Wie zwischen Geizigen und ihrem Gut sich weist.

Bald jubl’ ich im Genuß, bald muß ich sorgen,
Ob nicht ein Dieb mein Kleinod mir entrückt:
Bald wär ich gern allein mit dir geborgen,
Bald wollt’ ich, jeder säh was mich entzückt.

Von deinem Augenschmaus bisweilen vollgefüllt;
Um einen einz’gen Blick dann wieder wie verschmachtet,
Auf keine Lust bedacht, von keinem Glück gestillt,
Das nicht von dir kommt oder zu dir trachtet.

So flutet’s Tag für Tag, und so gebricht’s:
Ich prass’ und darb’ im Allen, und im Nichts.


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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Nachrichten in diesem Thema
Sonnets 075 - von ZaunköniG - 13.08.2007, 01:10
RE: Sonnets 075 - von ZaunköniG - 09.04.2023, 12:47
RE: Sonnets 075 - von ZaunköniG - 17.11.2025, 02:27

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