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Sonnets 062
#3
In der Übersetzung von
Johann Gottlob Regis



LXII.


In Aug’ und Seel’ und allen meinen Teilen
Bin ich der Eigenliebe mir bewußt;
Und diese Sünd’ in mir ist nicht zu heilen,
So wurzelt sie in meiner tiefsten Brust.

So reizend scheint mir kein Gesicht, so fein
Kein Wuchs wie meiner, keine Treu so echt:
Und schätz’ ich mein Verdienst für mich allein,
Als wär kein andres neben mir gerecht.

Doch wenn mich dann mein Spiegel selbst mir weist,
Von fahler Zeit zerrüttet und verbogen,
Dann les’ ich erst was Eigenliebe heißt;
Denn nur ein Tor blieb so sich selbst gewogen.

Du bist’s, mein Selbst, das mich als Ich entzückt,
Mit deinem Jugendreiz mein Alter schmückt!


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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Nachrichten in diesem Thema
Sonnets 062 - von ZaunköniG - 13.08.2007, 01:10
RE: Sonnets 062 - von ZaunköniG - 06.04.2023, 20:54
RE: Sonnets 062 - von ZaunköniG - 24.04.2025, 18:49

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