04.09.2024, 08:38
VI.
Es schwebte stolz vor and’ren Schmetterlingen
Ein Falter lenzesfroh im Sonnenscheine;
Ein schönes Kind erblickte ihn am Raine
Und freute sich der farbig bunten Schwingen.
Und froh begann’s zu haschen und zu springen;
Der Falter sah’s; berauscht vom Blütenweine,
Dacht’ er: mit Wonnen, Kind, werd’ ich der Deine,
Und ließ dem hashenden den Fang gelingen.
Weh ihm! Wie ward enttäuscht sein trunkner Glaube!
Wie unsanft ward sein Flügelpaar zerdrückt!
Und sterbend liegt er nun auf welkem Laube,
Der eitle Schwärmer! wähnte sich beglückt
Von Liebe, nun entfärbt vom Erdenstaube
Sieht er erst ein, daß Spielsucht ihn zerpflückt.
Es schwebte stolz vor and’ren Schmetterlingen
Ein Falter lenzesfroh im Sonnenscheine;
Ein schönes Kind erblickte ihn am Raine
Und freute sich der farbig bunten Schwingen.
Und froh begann’s zu haschen und zu springen;
Der Falter sah’s; berauscht vom Blütenweine,
Dacht’ er: mit Wonnen, Kind, werd’ ich der Deine,
Und ließ dem hashenden den Fang gelingen.
Weh ihm! Wie ward enttäuscht sein trunkner Glaube!
Wie unsanft ward sein Flügelpaar zerdrückt!
Und sterbend liegt er nun auf welkem Laube,
Der eitle Schwärmer! wähnte sich beglückt
Von Liebe, nun entfärbt vom Erdenstaube
Sieht er erst ein, daß Spielsucht ihn zerpflückt.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

