22.06.2024, 01:32
XI.
Still war die Nacht, und auf der dunkeln Welle
Des Stromes kam des Mondes Bild geschwommen.
Von Sehnsucht und von hoher Lust entglommen,
Verließ ich einsam meine Lagerstelle,
Und eilte vor Ihr Haus, sank hin mit frommen
Gebeten, übergoß bei Mondes Helle
Mit Rosen und mit Salben ihre Schwelle,
Ach! über die ich niemals noch gekommen. -
Dem lauten Lichte muß ich es verschweigen,
Was dieses liebekranke Herz zerrüttet;
Doch euch, ihr trauten Sterne, darf ich's zeigen.
So schließt bei Tag den vollen Kelch der Düfte
Die Nachtviole schüchtern zu, und schüttet
Sie in den Schooß verschwiegner Abendlüfte.
Still war die Nacht, und auf der dunkeln Welle
Des Stromes kam des Mondes Bild geschwommen.
Von Sehnsucht und von hoher Lust entglommen,
Verließ ich einsam meine Lagerstelle,
Und eilte vor Ihr Haus, sank hin mit frommen
Gebeten, übergoß bei Mondes Helle
Mit Rosen und mit Salben ihre Schwelle,
Ach! über die ich niemals noch gekommen. -
Dem lauten Lichte muß ich es verschweigen,
Was dieses liebekranke Herz zerrüttet;
Doch euch, ihr trauten Sterne, darf ich's zeigen.
So schließt bei Tag den vollen Kelch der Düfte
Die Nachtviole schüchtern zu, und schüttet
Sie in den Schooß verschwiegner Abendlüfte.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

