10.06.2024, 12:51
Als Übertragung von
Rainer Maria Rilke
XVIII.
Nie hab ich einem Mann von meinem Haar
etwas gegeben, außer dir hier dies;
noch einmal halt ich es, und fühle, wies
in seiner braunen Länge meines war,
und sage: „Nimm.“ O meiner Jugend Tag
war gestern. Und mein Haar tanzt nicht mehr leicht
auf meines Ganges Wellen. Mädchen reicht
sich Rose noch und Myrte hin und mag
in ihrem Haare blühen; während meins
um ein verweintes Antlitz hängt, um eins,
das in die Hand des Schmerzes leis sich neigte.
Wie nahe war der Totenschere Schnitt
an diesem Haar. Nun wollte ich, ich reichte
dir rein der Mutter letzten Kuß damit.
.
Rainer Maria Rilke
XVIII.
Nie hab ich einem Mann von meinem Haar
etwas gegeben, außer dir hier dies;
noch einmal halt ich es, und fühle, wies
in seiner braunen Länge meines war,
und sage: „Nimm.“ O meiner Jugend Tag
war gestern. Und mein Haar tanzt nicht mehr leicht
auf meines Ganges Wellen. Mädchen reicht
sich Rose noch und Myrte hin und mag
in ihrem Haare blühen; während meins
um ein verweintes Antlitz hängt, um eins,
das in die Hand des Schmerzes leis sich neigte.
Wie nahe war der Totenschere Schnitt
an diesem Haar. Nun wollte ich, ich reichte
dir rein der Mutter letzten Kuß damit.
.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

