24.04.2025, 18:46
Übertragung von
Richard Zoozmann
XCVII.
„Wenn man in eines Schafes Wollkleid steckte
Den Wolf, daß man ihn in die Hürde schiebe,
Glaubt ihr, daß er nicht lämmergierig bliebe,
Trotzdem ein Schafspelz außen ihn bedeckte?
Glaubt ihr, daß er nach Blut nicht ferner leckte;
Daß ihn der trug nicht reizt zu wilderm Triebe,
Und daß das Schäflein nicht von dannen stiebe,
Wenn das nichtsahnende vorm Feind erscheckte?
So hab auch ich mein Kleid drum angezogen,
Daß man in mir den Wolf nicht soll durchschauen,
Wenn ich im Lämmerfraß noch so verwogen.
Und Gott sei Dank, der mich so schlau erschaffen,
Daß ich enttäusche aller Welt Vertrauen,
Die mich verehrt als einen wackern Pfaffen.“
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Richard Zoozmann
XCVII.
„Wenn man in eines Schafes Wollkleid steckte
Den Wolf, daß man ihn in die Hürde schiebe,
Glaubt ihr, daß er nicht lämmergierig bliebe,
Trotzdem ein Schafspelz außen ihn bedeckte?
Glaubt ihr, daß er nach Blut nicht ferner leckte;
Daß ihn der trug nicht reizt zu wilderm Triebe,
Und daß das Schäflein nicht von dannen stiebe,
Wenn das nichtsahnende vorm Feind erscheckte?
So hab auch ich mein Kleid drum angezogen,
Daß man in mir den Wolf nicht soll durchschauen,
Wenn ich im Lämmerfraß noch so verwogen.
Und Gott sei Dank, der mich so schlau erschaffen,
Daß ich enttäusche aller Welt Vertrauen,
Die mich verehrt als einen wackern Pfaffen.“
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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

