29.05.2024, 06:55
In Übertragung von
Richard Zoozmann
1863 – 1934
XLIII. Die Vernunft
„Freund, achte wohl, ob höflich dies Betragen,
Zu weigern deine Huld solch einer Fraue
Wie mir, die ich so schön und sauber schaue,
Daß mir so leicht kein Fehler nachzusagen.
Mein Antlitz kann als Spiegel klar behagen,
Zu derb, zu schlank auch bin ich nicht im Baue,
Zu groß, zu niedlich nicht; und ich vertraue,
Bin ich erst dein, wird reiche Lust dir tagen.
Noch laß ich diesen Vorteil dich genießen,
Daß du in Reichtum immerdar kannst leben,
Und niemals dich ein Kummer wird verdrießen.
So ließ ich Sokrates auch Freuden fließen,
Doch hat der Weise Liebe mir gegeben,
Weshalb ihm heut noch Ruhm und ehren sprießen.“
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Richard Zoozmann
1863 – 1934
XLIII. Die Vernunft
„Freund, achte wohl, ob höflich dies Betragen,
Zu weigern deine Huld solch einer Fraue
Wie mir, die ich so schön und sauber schaue,
Daß mir so leicht kein Fehler nachzusagen.
Mein Antlitz kann als Spiegel klar behagen,
Zu derb, zu schlank auch bin ich nicht im Baue,
Zu groß, zu niedlich nicht; und ich vertraue,
Bin ich erst dein, wird reiche Lust dir tagen.
Noch laß ich diesen Vorteil dich genießen,
Daß du in Reichtum immerdar kannst leben,
Und niemals dich ein Kummer wird verdrießen.
So ließ ich Sokrates auch Freuden fließen,
Doch hat der Weise Liebe mir gegeben,
Weshalb ihm heut noch Ruhm und ehren sprießen.“
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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

