20.03.2024, 11:12
XVIII.
O süße Mutter, oft gedenk ich deiner,
wie du es trugst, dies gleichbestimmte Los.
Es war dein Schmerz ganz wie der meine groß,
nur gütiger dein Herz, dein Lieben reiner!
Wann zeigte sich der Mann auch als Verneiner
fremder Verführung - wann der Sünde bloß?
Der mich dir pflanzte in den heilgen Schoß,
ein ungetreuer Gatte war's wie meiner.
Du duldetest und bargst es noch der Welt,
doch ließest du mir Sanftmut nicht zum Erbe,
nur Sehnsucht, die der Schönheit leicht verfällt.
Und ob darüber auch die Welt verderbe,
ich halte Treu, wie man mir Treue hält! -
Ich schneide in den Zahlstock Kerb um Kerbe.
O süße Mutter, oft gedenk ich deiner,
wie du es trugst, dies gleichbestimmte Los.
Es war dein Schmerz ganz wie der meine groß,
nur gütiger dein Herz, dein Lieben reiner!
Wann zeigte sich der Mann auch als Verneiner
fremder Verführung - wann der Sünde bloß?
Der mich dir pflanzte in den heilgen Schoß,
ein ungetreuer Gatte war's wie meiner.
Du duldetest und bargst es noch der Welt,
doch ließest du mir Sanftmut nicht zum Erbe,
nur Sehnsucht, die der Schönheit leicht verfällt.
Und ob darüber auch die Welt verderbe,
ich halte Treu, wie man mir Treue hält! -
Ich schneide in den Zahlstock Kerb um Kerbe.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

