Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Sonnets 099
#2
Übersetzung von
Terese Robinson



IC.

Das übermütige Veilchen schalt ich so:
„Wo hast du, süßer Dieb, den Duft gefangen,
Wenn nicht von des Geliebten Atem? Wo
Den samt’nen Hauch, wenn nicht von seinen Wangen?
In seiner Schönheit wühltest du zu roh.“
Der Lilie zürnt ich wegen deiner Hand,
Der Majoran schaut deinen Haaren gleich,
Am dornigen Strauch in Rosen zitternd fand,
Die rot vor Scham, die vor Verzweiflung bleich;
Und die nicht rot noch weiß, die stahl von beiden,
Hat deinen Hauch zu nehmen selbst gewagt,
Für diesen Diebstahl muß die Stolze leiden,
Daß rachbegieriger Wurm sie früh zernagt.

Viel Blumen sah ich, keine war vollkommen,
Die Duft und Farbe nicht von dir genommen.


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
Zitieren


Nachrichten in diesem Thema
Sonnets 099 - von ZaunköniG - 13.08.2007, 01:10
RE: Sonnets 099 - von ZaunköniG - 27.04.2023, 12:55

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste
Forenfarbe auswählen: