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Sonnets 093
#2
Übersetzung von
Terese Robinson



XCIII.

So werd’ ich leben, glaubend, du seist treu,
Betrognem Gatten gleich; dein hold Gesicht
Scheint’s auch verändert, lächle stets auf’s neu,
Dein Blick sei bei mir, ist’s dein Herz auch nicht.
Kein Groll entstellt je deine lichten Züge,
Drum weiß ich nicht, ob alles noch wie’s war;
Bei andern liest man leicht des Herzens Lüge,
Aus Blick und Miene wird sie offenbar.
Doch Gott beschloß, da er dich schuf: nie soll
Auf deinem Antlitz Lieb und Anmut fehlen,
Welcher Gedanken auch die Seele voll,
Dein Blick soll immer Holdes nur erzählen.

Doch Evas Apfel gleicht die Lieblichkeit,
Wenn süße Tugend ihr nicht Wert verleiht.


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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Nachrichten in diesem Thema
Sonnets 093 - von ZaunköniG - 13.08.2007, 01:10
RE: Sonnets 093 - von ZaunköniG - 24.04.2023, 17:26
RE: Sonnets 093 - von ZaunköniG - 29.12.2025, 03:00

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