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Sonette von 1870
#5
5. Sonett

Wohl mancher liegt, die Stirn emporgerichtet.
Auf fremder Erde jetzt im blutigen Kleide,
Dem einst der Mutter Hand mit stolzer Freude
Der jungen Locken dunkle Zier geschlichtet.
Und über ihm von Leichen weiter schichtet
Das Beinhaus sich der Schlacht, und in die Heide
Treibt ihre Wölfe dann zur graus’gen Weide
Die wilde Nacht, von Stammen rings gelichtet.

Den Toten aber kümmert’s nicht! Im Sterben
Noch mahnend griff er in die welsche Scholle.
Er deckt sie stumm mit seines Leibes Scherben.
Als ob er, Zeugnis gebend, deuten wolle,
Daß seines Lebens blut’gen Kampfpreis erben
Der Siegesschritt nur seiner Brüder solle.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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Sonette von 1870 - von ZaunköniG - 26.12.2022, 12:44
Sonette von 1870: 02 - von ZaunköniG - 28.12.2022, 02:49
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