14.02.2014, 11:45
IX. Idylle
Was friedlich ist, sich harmlos still ergetzt,
Was die Natur sich hegt im weichen Schooße,
Ich preis es dir, daß es dich hoch erletzt,
Und flecht es dir zum schönen Lebensloose.
Vor Alters, da noch blüht’ die goldne Zeit,
Die wollt’ die Schwingen leichten Fluges dehnen,
Da durfte selbst die eignen Flügel weit
Ausbreiten ich mit Lust und warmem Sehnen.
Ich schwärmte, liebte, schwang mich hoch empor,
Und träumte mich in goldne Paradiese,
Die hielt ich lieblich meinen Blicken vor,
Daß ich mit stillen Wonnen sie mir grüße.
Ach, mein so reines, sanftes, zartes Leben,
Ich mußt’ der Zeit es halb zum Raube geben!
Was friedlich ist, sich harmlos still ergetzt,
Was die Natur sich hegt im weichen Schooße,
Ich preis es dir, daß es dich hoch erletzt,
Und flecht es dir zum schönen Lebensloose.
Vor Alters, da noch blüht’ die goldne Zeit,
Die wollt’ die Schwingen leichten Fluges dehnen,
Da durfte selbst die eignen Flügel weit
Ausbreiten ich mit Lust und warmem Sehnen.
Ich schwärmte, liebte, schwang mich hoch empor,
Und träumte mich in goldne Paradiese,
Die hielt ich lieblich meinen Blicken vor,
Daß ich mit stillen Wonnen sie mir grüße.
Ach, mein so reines, sanftes, zartes Leben,
Ich mußt’ der Zeit es halb zum Raube geben!

