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Arlt, Ingeborg: Drei Sonette von I. für J.
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Ich bin nicht lieb und schön. Ich bin. Und schreibe
Auch das dir zu, dass ich nicht mehr vergehe
Vor Scham darüber, wie ich selbst mich sehe
Und dass ich nun vergnügt mein Wesen treibe.

Zu gleichen keinem Bild von einem Weibe
Ist nämlich kein vergnügen sonst. Ich stehe
Die Angst nur nicht mehr aus in deiner Nähe
Vor dem, was ich erfuhr am eignen Leibe:

Dass harte Strafen stehen auf die Treue,
die man sich selber hält. Die Strafen alle,
für die ich dem Gerücht nichts schuldig blieb.

Denn dir ist Recht, dass ich sie nicht mehr scheue.
Du findest schön, dass ich so oft missfalle,
und dir ist, was ich für ein Weib bin, lieb.
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