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Sonnets 066
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Themen: 29.418
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13.08.2007, 01:10
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.03.2023, 12:07 von ZaunköniG.)
William Shakespeare
1564 – 1616 England
LXVI.
Tired with all these, for restful death I cry,
As, to behold desert a beggar born,
And needy nothing trimm'd in jollity,
And purest faith unhappily forsworn,
And guilded honour shamefully misplaced,
And maiden virtue rudely strumpeted,
And right perfection wrongfully disgraced,
And strength by limping sway disabled,
And art made tongue-tied by authority,
And folly doctor-like controlling skill,
And simple truth miscall'd simplicity,
And captive good attending captain ill:
Tired with all these, from these would I be gone,
Save that, to die, I leave my love alone.
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Registriert seit: Jan 2007
Übersetzung von
Terese Robinson
LXVI.
All dessen müd’, schrei ich nach Todesrast;
Seht hin! Verdienst zum Bettelstab geboren,
Und hohles Nichts in goldnem Glanz gefaßt,
Und reinste Treue Schlechtem zugeschworen,
Und blanke Würde, die den falschen krönt,
Und Mädchentugend frevelhaft geschändet,
Und rechte Ehre rechtlos und verpönt,
Und Kraft durch schlappen Einfluß abgewendet,
Und Kunst durch Machtspruch zungenlahm gemacht,
Und Narrheit (doktorgleich) verkündend Recht,
Und Einfalt als Einfältigkeit verlacht,
Und alles Gute alles Bösen Knecht:
Müd’ alles dessen, wünscht ich tot zu sein,
Ließ ich dann nicht den Liebsten hier allein.
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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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Registriert seit: Jan 2007
In der Übersetzung von
Johann Gottlob Regis
LXVI.
Müde von alle diesem wünsch' ich Tod:
Verdienst zum Bettler sehn geboren werden,
Und hohle Dürftigkeit in Grün und Rot,
Und wie sich reinste Treu entfärbt auf Erden,
Und goldnen Ehrenschmuck auf Knechteshaupt,
Und jungfräuliche Tugend frech geschändet,
Und Hoheit ihres Herrschertums beraubt,
Und Kraft an lahmes Regiment verschwendet,
Und Kunst im Zungenbande der Gewalt,
Und Schulenunsinn, der Vernunft entgeistert,
Und schlichte Wahrheit, die man Einfalt schalt,
Und wie vom Bösen Gutes wird gemeistert:
Müde von alle dem, wär Tod mir süß;
Nur, daß ich sterbend den Geliebten ließ!
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Registriert seit: Jan 2007
Übersetzung von
Max Josef Wolff
LXVI
Des Todes Ruh' ersehn' ich lebensmüd,
Seh' ich Verdienst als Bettler auf der Welt,
Und leeres Nichts zu höchstem Prunk erblüht,
Und reinste Treue, die im Meineid fällt,
Und goldne Ehre, die die Schande schmückt,
Und Mädchenunschuld roh dahingeschlachtet,
Und Kraft durch schwache Leitung unterdrückt,
Und echte Hoheit ungerecht verachtet,
Und Kunst geknebelt durch die Übermacht,
Und Unsinn herrschend auf der Weisheit Thron,
Und Einfalt als Einfältigkeit verlacht,
Und Knecht das Gute in des Bösen Fron,
Ja lebensmüd entging' ich gern der Pein,
Ließ den Geliebten nicht mein Tod allein.
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Registriert seit: Jan 2007
In Übersetzung von
Emil Wagner
1810 - 1889
(eigentlich: Ludwig Reinhold Walesrode)
LXVI.
Nach Grabesruh’ muß müde ich mich sehnen,
Wenn das Verdienst als Bettler sich mir zeigt,
Wenn leeres Nichts sich putzend kann verschönen,
Und reine Treu’ unsel’gem Meineid weicht;
Wenn goldne Ehr’ der Schmach wird zugewendet,
Und Jungfrau’ntugend frechen Muths entweiht;
Und wie das Hohe schmählich wird geschändet,
Und schwanke Herrschsucht stolz der Kraft gebeut;
Wie stumm die Kunst auf Machtgebot muß lauschen,
Und Wissenschaft von Thorheit wird belehrt;
Wie Schlichtheit muß mit Einfalt Namen tauschen,
Und Gutes Üblem ehrfurchtsvoll sich näh’rt –
Satt hab’ ich dies, und wollt’ dem gern enteilen,
Müßt’ einsam meine Lieb’ nicht dann hier weilen.
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Registriert seit: Jan 2007
In Übersetzungen von
Otto Gildemeister
LXVI.
Satt, dies zu sehn, seufz ich um stillen Tod:
Als: das Verdienst als Bettlerkind geboren,
Und dürft’ge Hohlheit wohlgemut und rot,
Und reinste Treue böslich weggeschworen,
Und goldne Ehr aufs schmählichste verschwendet,
Und echte Trefflichkeit fälschlich beschämt,
Und jungfräuliche Tugend wüst geschändet,
Und Kraft durch hinkend Regiment gelähmt,
Und Wissenschaft geknebelt von der Macht,
Und Narrheit doktorhaft die Kunst kurierend,
Und Einfalt als Einfältigkeit verlacht,
Und Hauptmann Arg den Sklaven Gut regierend:
Satt, dies zu sehn, möcht ich von diesem scheiden,
Müßt’ ich nur sterbend nicht mein Liebstes meiden.
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In Übersetzung von
Karl Kraus
1874 – 1936
LXVI
Den Tod ersehn' ich, müd, es anzusehn:
wie sich Verdienst verhüllt im Bettlerkleide
und hohles Nichts sich darf im Prunke blähn
und Treue wird verkauft durch falsche Eide,
wie Würde trägt der ausgepichte Wicht
und keusche Sittlichkeit verfällt in Schande
und echte Ehre lebt im Gunstverzicht
und Majestät im schlotternden Gewande,
wie Kunst verstummen muß vor Büttels Macht
und Geist entsagt für die gelehrten Narren
und Wahrheit wird als Torheit ausgelacht
und Güte muß des Winks der Bosheit harren.
All dessen müd, hielt' ich den Tod für Glück,
blieb' meine Liebe einsam nicht zurück.
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In Übersetzung von
Dorothea Tieck
1799 - 1841
66
Satt alles dies, ruf ich des Todes Nacht –
Als: das Verdienst als Bettler sehn geboren,
Und ärmstes Nichts geschmückt in Glanz und Pracht.
Und reinste Treue unglücklich verschworen.
Vergold'te Ehre schandbar mißgestellt,
Und jungfräuliche Tugend rauh geschändet,
Und das Vollendete gekränkt, entstellt,
Und Kraft durch hinkenden Befehl entwendet.
Und Kunst verstummt vor Eitelkeit und Neid,
Thorheit, die altklug weist den Witz zurecht,
Einfält'ge Treu, geschimpft Einfältigkeit,
Gut, kriegsgefangen, dienen Kriegsherr'n schlecht.
Satt alles dies, möcht ich von hinnen scheiden,
Nur daß ich, sterbend, muß den Liebsten meiden.
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Registriert seit: Jan 2007
Übersetzung von
Alexander Neidhardt
1819-1908
LXVI.
Den Tod oft ruf’ ich, müd', es anzuschaun,
Wie das Verdienst umher als Bettler irrt,
Armseliges Nichts Im Prunk stolziert und, traun l
Die reinste Treue selbst meineidig wird, —
Wie Ruhm und Ehre hier der Schmach gewährt,
Und Keuschheit dort geschändet wird am Bad',
Und rechte Tugend schimpflich wird entehrt,
Und Macht gelähmt durch schlechtes Regiment;
Wie Kunst verstummen muss vor der Gewalt,
Und Thorheit dem Verstände spricht das Recht,
Wie schlichte Wahrheit stets Kir Einfalt galt,
Das Böse Herr ist und das Gute Knecht!
Müd' alles dessen, m5cht ich all dies lassen,
Ließ' einsam, Lieb, dich hier nicht mein Erblassen.
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Registriert seit: Jan 2007
In Übersetzung von
Benno Tschischwitz
1828 – 1890
66.
Von allen Dem ermüdet, möcht ich sterben,
Da das Verdienst ich muß als Bettler schaun,
Und dürftge Hohlheit frohen Prunk erwerben,
Und reinste Treu dem Meineid sich vertraun,
Und Ehr und Gold am falschen Platz verschwendet,
Und höchste Bildung hinten angestellt,
Und Mädchenkeuschheit sinnlich roh geschändet,
Und Kraft durch lahmes Regiment gefällt,
Und Kunst im Banne der Autoritäten,
Und Dummheit hoch gelehrt den Künstler tadeln,
Und Gutes hiner Böses folgsam treten,
Und Einfalt zur Einfältigkeit entadeln.
Von allen Dem ermüdet möcht ich fort,
Ließ ich den Trauten nicht an diesem Ort.
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Registriert seit: Jan 2007
In Übersetzung von
Ferdinand Adolph Gelbcke
LXXXVI. (66)
Müd alles dessen, wünsch ich mir den Tod!
Ich seh Verdienst zum Bettelstab geboren
Und lumpig Nichts genährt mit Zuckerbrot
Und reinste Treue treulos abgeschworen
Und goldne Ehr Unwürdigen verliehn
Und keusche Tugend über Schändung weinen
Und Würdigkeit am wenigsten verziehn
Und Kraft entkräftet durch Gewalt der Kleinen
Und Kunst durch rohen Machtspruch stummgemacht
Und Torheit richtend über edle Geister
Und Einfalt gar als Albernheit verlacht
Und „Gut“ als Sträfling, „Bös“ als Kerkermeister.
müd all dessen, möcht ich Tod erwerben,
Ließ nur den Freund nicht einsam hier mein Sterben.
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Themen: 29.418
Registriert seit: Jan 2007
In Übertragung von
Stefan George
LXVI
Dies alles müd ruf ich nach Todes Rast:
Seh ich Verdienst als Bettelmann geborn
Und dürftiges Nichts in Herrlichkeit gefasst
Und reinsten Glauben unheilvoll verschworn
Und goldne Ehre schändlich missverwandt
Und jungfräuliche Tugend roh geschwächt
Und das Vollkommne ungerecht verbannt
Und Kraft durch lahme Lenkung abgeflächt
Und Kunst schwer-zungig vor der Obrigkeit
Und Geist vorm Doktor Narrheit ohne Recht
Und Einfachheit missnannt Einfältigkeit
Und Sklave Gut in Dienst beim Herren Schlecht.
Dies alles müd möcht ich gegangen sein,
Liess ich nicht, sterbend, meine Lieb allein.
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Themen: 29.418
Registriert seit: Jan 2007
In Übertragung von
Hermann Freiherr von Friesen
1802 - 1882
Nach Todesruhe schrei' ich, davon satt,
Verdienst zu sehn, am Bettelstab geboren,
Und dürft'ges Nichts in schmuckem Flitterstaat,
Und reinste Treu' unselig falsch verschworen,
Und Gold und Ehr' an Schand und Schmach verliehen,
Und jungfräuliche Tugend roh geschändet,
Und wahre Hoheit ungerecht verschrieen,
Und Kraft an lahmes Herrscherthum verschwendet,
Und Ansehn, das der Kunst die Zunge band,
Und Thoren für der Weisen Lehre sorgend,
Und schlichte Treue blöder Sinn genannt,
Und Gut in Haft, dem Hauptmann Schlecht gehorchend.
Dess müde, möcht ich längst verschieden sein.
Liess ich nicht sterbend meine Lieb' allein.
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Themen: 29.418
Registriert seit: Jan 2007
In Übersetzung
von Ludwig Fulda
1862 - 1939
66
Nach Todesfrieden ruf' ich angeekelt,
Seh' ich, wie sich Verdienft als Bettler quält
Und dürftig Nichts herausgeputzt sich räkelt
Und reinste Treu’ den rechten Bund verfehlt,
Geh’ lautre Ehr’ an falschen Platz gestellt
Und jungfräuliche Tugend roh geschändet
Und echte Mannheit schnöd um Gunst geprellt
Und Kraft durch lahmes Herrschertum verschwendet
Und Wissens Zunge durch die Macht gebannt
Und Geist von Narrheit doktorhaft bemängelt
Und schlichte Wahrheit Einfalt zubenannt
Und Häftling Gut vom Häuptling Bös gegängelt:
All dessen müd möcht’ ich im Tod erblassen,.
Müßt' ich nicht sterbend meinen Freund verlassen.
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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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