Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Gefällig
#1
Gefällig

Es schien eine flüchtige Regung zu bleiben.
Aufs Neue die alte empfindsame Stelle
zu rühren, versagte ich mir auf die Schnelle.
Ich sann das Gefühl für dich zu hintertreiben.

Mit unmerklich weiteranschwellender Welle,
die droht mich alsbald in sich einzuverleiben,
muß ich mich loslassen, weiterzutreiben.
Ich weiß es: Die Wogen erreichen die Schwelle

an der ich genötigt bin, mich zu bekennen,
an der ich entscheide: Versuchen / Verlieren.
Ich kann bisher kaum meine Ziele benennen,

ich muß mich für Unschlüssigkeiten genieren,
wo allerorts Ahnungen in mir entbrennen.
Ein vermißtes Gefühl will sich neu etablieren.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
Zitieren
#2
I.

Ein vermißtes Gefühl will sich neu etablieren,
anders, als was sich mir heute bemächtigt,
so fahrig und undefiniert, wie übernächtigt
durchs Morgenrot in meinen Kopf zu lavieren.

Du hast mich vielleicht bereits leise verdächtigt,
doch hast du ein eigenes Los zu parieren.
Galant kann es gelten Gefühl zu codieren,
doch Klarheit scheint angebracht und auch berechtigt.

Ich denk an die Lesung bei dir an dem Teetisch;
Ich fürchte ich könnte auch dir bald so schreiben,
schon dieser Vers möglicherweis’ wirkt promethisch.

Warum ließ ich mein Gefühl so lange treiben?
Ich traute mir nicht, aller Wert klang pathetisch.
Es schien eine flüchtige Regung zu bleiben.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
Zitieren
#3
II.

Es schien eine flüchtige Regung zu bleiben,
ich würde dich früh oder später vergessen.
So hielt ich es lange für unangemessen,
darüber ein Wort zu verlieren, zu schreiben,

was hinter gemeinsam erkannten Int’ressen
für Reize ihr eigenes Spiel mit mir treiben.
Ich wollte doch unbedingt selbstbestimmt bleiben,
doch was ich da fühle, das führt unterdessen

zu anderen, viel zu gefährlichen Schwüren.
Was keimt, aus der lang kaum beachteten Zelle,
beginnt, lang geführt, alsbald selber zu führen,

bedrängt meinen Stolz in das weiche Gefälle,
und was du auch sagst; deine Worte berühren
aufs Neue die alte, empfindsame Stelle.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
Zitieren
#4
III.

Auf’s Neue die alte empfindsame Stelle,
und hüte ich sie noch so streng und hermetisch
und warne mich dringend vor jeglichem Fetisch,
ersteht mir zur allüberschäumenden Quelle,

entsteigt meinem Denken und schwebt gravitätisch
durch alle Synapsen in jedwede Zelle.
und kippt alle Schalter von Zweifel auf Helle.
Es nutzt nichts, sortier ich mein’ Geist alphabetisch;

Mein Fühl’n macht sich all meine Pläne zu eigen.
Mein Kopf, eh’ dem Meister, dem Herzen Geselle
muß sich vor der Macht der Hormone verneigen.

Auf Anhieb zu viel, was ich dir unterstelle,
zu werden für mich, deshalb: An meinem Schweigen
zu rühren versagte ich mir auf die Schnelle.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
Zitieren
#5
IV.

Zu rühren versagte ich mir auf die Schnelle,
auf Grund dieses Anlaß’ der rudimentär
nur als Grund taugt, mein Herz, das mir imaginär
desto trotz jede mutmaßliche Bagatelle

auf meine Agenda schreibt, so kreuz und quer,
damit es den Blick auf was andres verstelle,
was immer da wär; Es bleibt nur dies’ spezielle
Gefühl ohne jede Kontur und Gewähr;

zerfalle ich in archimedische Punkte;
gelingt es nicht aus deinem Bannkreis zu treiben,
als wenn ich mein Herz schon in Weihwasser tunkte,

muß jeder Schritt fort von dir streng unterbleiben.
Dein Schwerefeld hingegen zündet und funkte;
ich sann das Gefühl für dich zu hintertreiben.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste
Forenfarbe auswählen: