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Kurz, Hermann: Verdienst und Glück
#1
Hermann Kurz
1813 – 1873


Verdienst und Glück

Auf eigne Tat soll keiner sich verlassen:
Noch ist kein Ird’scher selbstgerecht gestorben,
Und weh ihm, der mit Zimbeln und Theorben
Sein faules Lob verkündet in den Gassen.

Ich habe nie das Brot mir schmecken lassen,
Das ich im Schweiß des Angesichts erworben.
Hab ich mit breitem Fleiß die Zeit verdorben,
Muß ich die Not und, ach, mich selber hassen.

Zwar, was die Menschen Pflicht benennen, tu ich;
Ich kann durch Disteln brechen und durch Dornen,
Kann mit dem Hammer auf den Amboß klopfen;

Doch darum nicht in Stolz noch Freude ruh ich:
Zu Geist’gem kann den Geist das Glück nur spornen,
Das leise nachts die Sterne niedertropfen.


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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