16.10.2025, 08:43
Heilige Stunde
Ich lud dich auf des Abends stille Stunde
als einz'gen Gast. Dann müssen rings auf Erden
die unzählbaren redetrunknen Munde
und alle Rufer stille werden.
Verklärt und leidenlos im Hintergrunde
verraucht der Tag auf kaltgewordnen Herden,
und in der Täler nachtbereitem Grunde
entschläft der Wind an seinen Traumgebärden.
Nun magst du nahen, magst vorüberkommen.
Was unrein war, das ist von dir genommen.
Nun bist du selber Abend, gross und still
und losgelöst vom dunkeln Umgelände
und stehst vor mir und faltest deine Hände
wie eine, die sich offenbaren will.
Ich lud dich auf des Abends stille Stunde
als einz'gen Gast. Dann müssen rings auf Erden
die unzählbaren redetrunknen Munde
und alle Rufer stille werden.
Verklärt und leidenlos im Hintergrunde
verraucht der Tag auf kaltgewordnen Herden,
und in der Täler nachtbereitem Grunde
entschläft der Wind an seinen Traumgebärden.
Nun magst du nahen, magst vorüberkommen.
Was unrein war, das ist von dir genommen.
Nun bist du selber Abend, gross und still
und losgelöst vom dunkeln Umgelände
und stehst vor mir und faltest deine Hände
wie eine, die sich offenbaren will.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

