29.12.2025, 02:56
Orest und Pylades
In Pylades sich immer gleicher Treue
Erfuhr Orest der ächten Freundschaft Weihe;
Sorgsam in tiefer Brust von ihm getragen,
Fühlt’ er das eigne Herz im Freunde schlagen.
Gequälet von des Muttermordes Reue,
Angstvoll, ob Heilung ihm ein Gott verleihe,
In Freundes brust ausgießend seine Klagen,
Empfand er minder hart der Schmerzen Nagen.
Doch herrlicher die Freundschaft sich erhebet,
Wenn nur der Seele ungetrübter Spiegel
Giebt der Begeisterung des Freundes Flügel;
Wenn keiner hat dem anderen zu danken,
Nur die Gefühle sich so dicht umranken,
Daß jeder in sich doppelt Leben lebet.
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In Pylades sich immer gleicher Treue
Erfuhr Orest der ächten Freundschaft Weihe;
Sorgsam in tiefer Brust von ihm getragen,
Fühlt’ er das eigne Herz im Freunde schlagen.
Gequälet von des Muttermordes Reue,
Angstvoll, ob Heilung ihm ein Gott verleihe,
In Freundes brust ausgießend seine Klagen,
Empfand er minder hart der Schmerzen Nagen.
Doch herrlicher die Freundschaft sich erhebet,
Wenn nur der Seele ungetrübter Spiegel
Giebt der Begeisterung des Freundes Flügel;
Wenn keiner hat dem anderen zu danken,
Nur die Gefühle sich so dicht umranken,
Daß jeder in sich doppelt Leben lebet.
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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

