10.04.2026, 08:26
Wandre, meine Seele
So wandre, meine Seele, durch die Tale,
In denen Wiesen schlummern grün und weich,
Und raste an dem schilfumstandnen Teich
In vollen Mondes wunderreinem Strahle.
Und tritt in Kirchen, wo am Marterpfahle
Der Christen Heiland blutet, wund und bleich,
Und schwing dich aufwärts in der Sterne Reich,
Wo Engel spielen in dem ew’gen Saale.
So lerne du von aller Schönheit trinken,
So magst du fromm zu dem Geweihten treen,
Wenn dir auch nicht der Gott lebendig wohnt
In blauer Luft. Die Formen laß versinken!
Dein Glaube auch kann an dem Altar beten,
Auf dem der Menschengott der Liebe tront.
So wandre, meine Seele, durch die Tale,
In denen Wiesen schlummern grün und weich,
Und raste an dem schilfumstandnen Teich
In vollen Mondes wunderreinem Strahle.
Und tritt in Kirchen, wo am Marterpfahle
Der Christen Heiland blutet, wund und bleich,
Und schwing dich aufwärts in der Sterne Reich,
Wo Engel spielen in dem ew’gen Saale.
So lerne du von aller Schönheit trinken,
So magst du fromm zu dem Geweihten treen,
Wenn dir auch nicht der Gott lebendig wohnt
In blauer Luft. Die Formen laß versinken!
Dein Glaube auch kann an dem Altar beten,
Auf dem der Menschengott der Liebe tront.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

