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Mein Spiegel
#1
Mein Spiegel

Mein Spiegel war so blank und blinkte weit:
Ich blickte gläubig durch die offne Pforte
Ins Leben, liebte alles ohne Worte
Und war zur hohen Liebe wohl bereit.

Es funkelte in meinem tiefen Horte.
Ich nahm und schenkte froh im Widerstreit.
Dann hat die Liebe mich mit mir entzweit,
Verriet sich selber, und mein Glück verdorrte.

Nun blicke ich verzerrt ins Morgenlicht,
Muß mich in Qualen auf dem Bette winden;
Mein Spiegel zeigt ein bitteres Gesicht.

Muß ich den Haß in solchem Glase finden?
Geh, dunkler Gast, bedroh ihn länger nicht,
Sonst wird er mir am Ende noch erblinden.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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