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aus „Morgain“: Die Dame vom See I
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04.01.2026, 03:33
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.01.2026, 12:21 von ZaunköniG.)
Die Dame vom See
Sein Blick ruht auf dem Schauspiel der Natur;
Ein visionärer Traum verleiht ihm Kraft.
Noch einmal alle Sinne aufgerafft
Tritt er in ihre zarte Feenspur
Auf Halm- und Blattwerk glitzert dieser Saft
(Noch näher, komm !) es glänzt Verlockung pur,
Tänzelnd, tändelnd ihn an loser Schnur
An sich zu binden, wo der Nebel klafft
Sentanta weiht sich höheren Gewalten
Liebend ausgeliefert, dabei noch
In traumwandlerischer Sicherheit;
Ein Hochgefühl erlebt, jenseits der Zeit.
Bald scheuert ihn jedoch sein Erdenjoch:
Ein Sterblicher kann Ewiges nicht halten.
.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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Er ist der Wanderung für heute leidig
Die Schwüle drückt. Die Nebelschwaden kalben
Nester bildend für die Brut von Alben,
Trollen, Feen. Seeseits glänzen seidig
Lockenwogen doppellagig. Schwalben
kämmen ihrer Herrin Haar. geschmeidig
fällt es über’s Ufer und getreidig
duftets durch den Dunst. Gelinde Salben
tauen auf die müde Füße. sachte
sinkt Sentanta in gerechten Schlaf.
Und Morgain, die in seinen Träumen wachte
durchsang mit Engelszungen seinen Aether.
Es schmerzt’ der Stich, als ihn die Sonne traf;
Die Wunde brannte, aber davon später.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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„Kein Sterblicher empfängt von mir den Kuß
Ohne seinen Preis dafür zu zahlen.
Mich mag dein inn’res Auge leiblich malen;
Mein Element und Zeichen ist der Fluß.
Ein Sein und Werden, stets aus einem Guß.
Noch spiegeln sich in mir die Sonnenstrahlen
Und auch mit deinem Bild läßt du mich prahlen
Noch fließ ich seicht, doch bald schon fall ich schuß
Die Schluchten abwärts, felszerschneidend, tosend.
Gering dünkt dich der Preis vor Fälligkeit:
Ein Fließen, Fluten, Wogen, um sich kosend.
Höher ist er aber als man glaubt.
Es wird dein leichtes Glück im Lauf der Zeit
Noch eh du dich versiehst im Sturz zerstaubt“
.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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Lächelnd, wie sie ihm davon erzählt
Ist ihm so leicht. Die Worte fließen ihr
Eins um das andre. Dies ist ihr Revier.
Bedenklich, welche Worte sie gewählt;
Es ist jedoch nur Klang im Jetzt und Hier
Ist ihm Musik, kein Sinn, der ihn jetzt quält.
So hat er sich bereits mit ihr vermählt,
Tief eingefühlt in dieses Fabeltier
Lilien öffnen ihre zarten Kelche.
Einen Fuß im Fluß, den Kopf erhoben,
Ist ihm selber elfenleicht zumut.
Die Vögel singen ihre Lieder. - Welche?
Es sind die schönsten wieder aufgeflogen.
"Nichts frage mehr ; Es rauscht Dir nur das Blut."
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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