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Kerker
#1
Kerker

O Seele mein, von Ewigkeit erkoren,
Durch höchster Allmacht wunderbares Walten,
Zu suchen bis zu deines Leib’s Erkalten,
Den sel’gen Himmel, den du, ach, verloren!

Wie wohl ein Adler, auf dem Fels geboren,
Den sich ein Fürst im Käfig lang gehalten,
Sich sehnt die Schwingen einmal zu entfalten,
Das Gitter schlägt, das gegen ihn verschworen!

Und doch ist diese Erde reich und schön,
Wenn schon des Leibes Fessel uns bedrängt
Und unsern Geist in trübe Nebel bannt.

So stark ist Sehnsucht nach dem Wiedersehn
In unsres Herzens tiefsten Grund gesenkt,
Wie den Verbannten nach dem Vaterland.


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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