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1880 - Im Hofgarten
#1
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Im Hofgarten

Am Abend ist so schön Spazierengehn
am Odeon und bei der Residenz
im großen Garten. Ja, Adada* kennt's
von Weitem: Man kann da Italien seh'n!

Die Berge! und die Dörfer! und das Meer!
Da schau: Ein Feuerberg ist auch dazwischen!*
Und das Café mit wackeligen Tischen
stellt eine Szene aus dem Süden her,

in den Arkaden mit der gelben Tünche,
so gelb, nur überstrahlt vom goldnen Schopf
der Amelie. Ein Treffpunkt hier in München.

Und manchmal kommt auch Trübner* kurz vorbei.
Der staunt, wie groß sie doch geworden sei,
und er spendiert ihr einen Mohrenkopf.




*Z.3: Adada ist der Kosename von Amelie, Heinrich Brelings erster Tochter.
*Z.6: In den westlichen Arkaden des Hofgartens hingen italienische Landschaften von Carl Rottmann, heute zu sehen im Residenzmuseum.
*Z.12: Wilhelm Trübner, Maler. Nach einer ersten Mal-Ausbildung in Karlsruhe, lernte er ab 1870 bei Wilhelm von Dietz in München, wo er unter anderem auch Heinrich Breling kennenlernte, der bei Dietz 1872 sein Studium begann.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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