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Die Gespielin - ZaunköniG - 12.04.2026

Die Gespielin

I.


Ein Spiel um die Wahrheit, nun gut, laß uns spielen.
Wir kennen die Finten und Fluchten des andern,
und wie wir dem Schabernack Lust anverwandern,
das eignet sich herzlich nach Steinen zu zielen.

Wir können uns selber die Regeln erfinden,
so frei ist die Liebe, man muß wirklich staunen!
Was brütest du jetzt wieder unter den Braunen?
Ich seh was du denkst und ich will nicht erblinden.

Du kannst mir nicht weh tun, ich kann dich nicht hassen.
Die Liebe entzieht sich dem Rationalismus.
Ich möcht meine Absurditäten verprassen.

Vernunft gebiert uns immer nur Fatalismus.
Und scheint uns auch nichts inneinander zu passen,
so bleibt uns zumindest der Surrealismus.



II.

Wer sagt da, wir sei’n uns zu flüchtig verbunden?
Wer hält da für seinen Verstand Skeptizismus?
Ich proste ihm zu auf den Surrealismus!
Ich habe ihn sprachlos – und alles gewonnen!

Die Mystik schlug immer den Kopfkatechismus.
Was, ist dir denn etwa ein Zweifel geronnen?
Vernunft ist nur scheinbar so klar und besonnen.
Die Wahrheit ist größer als ein Aphorismus.

Am Rande die unleserlichen Vermerke;
Wir sichten die Seichten, wir kauschen die keuschen.
Besinnen wir uns auf die eigene Stärke.

Den Zwischenruf sticken wir unter Geräuschen.
Wir kennen die imaginären Gewerke;
Wir können uns Wahrheiten tauschen, statt täuschen.