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Steinbeck, Johannes: Im Park von Sanssouci (2) - ZaunköniG - 17.03.2025 Johannes Steinbeck 1846 – 1889 Im Park von Sanssouci (Zum 17. August 1886) I. Die erste Stunde ist es in der Früh. Rings schläft der Park, nur leise in den Bäumen Es rauscht, als ob sie von den Zeiten träumen, Da Friedrich sah vom schloß herab auf sie. Da flammt es auf von der Terrasse. Sieh! Aufspringt die Pforte. Aus des Schlosses Räumen Der große König tritt, ihm nach ohn’ Säumen Die ganze Tafelrund’ von Sanssouci. Und scharf nach Babelsberg ausspähet Fritz. So musterte einst seiner Augen Blitz Die Heldenschar von Prag und Lowositz. Dann spricht er, wie am Sarg des großen Ahn: „Messieurs, der Wilhelm, der hat viel gethan Und größeres, als wir im Leben sahn!“ II. Und nach der andern Seite späht er aus, Wo aus den Bäumen hohe Zinnen ragen, Wo er sich selbst dereinst in regen Tagen Ein fürstlich Heim gegründet stolzen Bau’s. Sein „Neu’ Palais“ – kaum findet er’s heraus – Umfaßt sein Blick. Dann hören sie ihn sagen: „Auch Fritz ist mein – er hat sich brav geschlagen. Messieurs, es stehet wohl mit meinem Haus!“ Er winkt und näher tritt der Kreis zusammen. Zwei Worte spricht er – leis’ sie tönen wieder: „Roßbach und Sedan.“ Wie die Augen flammen! Dann hüllt der Nebel, die von jenseits stammen. Leis’ dämmernd sinkt der Sommertag hernieder, Doch überm Park rauscht es wie Aars-Gefieder. . |