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Sonnets 020 - ZaunköniG - 13.08.2007 William Shakespeare 1564 – 1616 England XX. A woman's face with Nature's own hand painted Hast thou, the master-mistress of my passion; A woman's gentle heart, but not acquainted With shifting change, as is false women's fashion; An eye more bright than theirs, less false in rolling, Gilding the object whereupon it gazeth; A man in hue, all 'hues' in his controlling, Much steals men's eyes and women's souls amazeth. And for a woman wert thou first created; Till Nature, as she wrought thee, fell a-doting, And by addition me of thee defeated, By adding one thing to my purpose nothing. But since she prick'd thee out for women's pleasure, Mine be thy love and thy love's use their treasure. . RE: Sonnets 020 - ZaunköniG - 26.02.2023 Übersetzung von Terese Robinson 1873 – 1933 XX. Ein Mädchenantlitz gab dir die Natur, Du Herr und Herrin meiner Leidenschaft, Ein weiblich Herz auch, doch so zärtlich nur, Nicht falsch wie Weibesherz und flatterhaft. Und heller strahlt dein Blick, und ruhiger kreist er, Vergoldend jedes Ding, darauf er ruht, Und deine Farbe, aller Farben Meister, Berauscht die Männer, reizt der Frauen But. Als Weib warst du gedacht; im Schaffensspiel Hat die Natur sich in ihr Werk verliebt, Sie schenkte dir den einen Reiz zuviel, Der dich mir raubt, mir keinen Nutzen gibt. So für die Frau geschaffen, gib denn ihr Der Liebe Lust und deine Liebe mir. . RE: Sonnets 020 - ZaunköniG - 12.07.2024 In der Übersetzung von Johann Gottlob Regis XX. Von eignen Händen der Natur geschminkt, Ein Fraungesicht hast du Mann-Mädchen meiner Liebe! Ein mildes Frauenherz, doch unbedingt Durch falscher Frauen wechselvolle Triebe: Ein Auge heller, minder falsch im Rollen, Vergoldend wie es blickt. Von Farb’ ein Mann, Dem Huldigung der andern Farben zollen Der Männeraugen Dieb, der Frauenseelen Bann. Auch warest du zum Weib geboren, machte Natur nicht, in der Arbeit liebeblind, Den Zusatz, der mein Hoffen um dich brachte, Dir Gaben leihend, die mir nutzlos sind. Doch da sie Frauengunst mit dir gesucht, Gib deine Liebe mir, gib ihnen Liebesfrucht. . RE: Sonnets 020 - ZaunköniG - 13.12.2024 Übersetzung von Max Josef Wolff XX Dir schuf Natur ein Frauenangesicht Mit eigner Hand, Herr-Herrin meiner Seele, Ein holdes Frauenherz, doch gab sie nicht Den flücht'gen Sinn dir, der des Weibes Fehle. Dein Auge strahlt wie ihr's, doch treu und echter, Vergoldend jedes Ding, das sich ihm zeigt; Ein Mann bist du, die Krone der Geschlechter, Dem Mannesblick und Frauenherz sich neigt. Zu einem Weib warst du zuerst bestimmt, Bis schaffende Natur, in dich verliebt, Dir das verlieh, was all mein Glück mir nimmt, Die Gabe, die mir keinen Vorteil gibt. Da sie dich formte für der Frauen Minne, Weih mir dein Herz und ihnen deine Sinne. . RE: Sonnets 020 - ZaunköniG - 17.12.2025 In Übersetzung von Emil Wagner 1810 - 1889 (eigentlich: Ludwig Reinhold Walesrode) XX. Ein Frau’ngesicht gemalt von der Natur Hast du, o Meister-Meisterin meiner Lust; Ein zartes Frauenherz, das nie die Spur Von Falschheit kannte, schlägt in deiner Brust; Und hellre Augen ohne falschen Blick, Vergoldend Alles, was sie sich betrachten; Der Farbe Glanz gewähret dir das Glück, Daß Männer nach dir schau’n und Frauen schmachten. O ganz gewiß, wärst du als Frau geboren, Mußt’ nicht für dich selbst die Natur erglühen; Und so warst du durch sie für mich verloren, Da, neidisch mir, zu viel sie dir verliehen. Doch schuf sie dich, den Frauen zu genügen, Sei mein die Liebe, ihnen das Vergnügen. . |