Sonett-Forum

Normale Version: Vergänglichkeit
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Vergänglichkeit

Wie töricht warnen uns die klugen Leute:
„Die eil’gen Stunden gleichen argen Dieben;
Was Du verlangst mit ungestümen Trieben,
Der holde Reiz, ist ihre gold’ne Beute.“

Nein, Schönheit kennt kein Morgen und kein Heute
Wird nicht wie buntgefärbter Tau zerstieben;
Als ewig darfst Du ehren oder lieben,
Was Dich mit der Vollendung Glanz erfreute.

Die Schönheit will sich rastlos neu entfalten:
Die Zeit versucht vergebens festzuhalten
Den reichen Wechsel reizender Gestalten.

Im Lebensspiegel blüht und welkt allein
Ihr Abbild, unverändert bleibt ihr Sein,
Und lächelnd spielt sie mit dem flücht’gen Schein.