Sonett-Forum

Normale Version: Der Adler
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Der Adler

Ein Adler, der zum Himmel sich geschwungen,
Sank matt, geblendet, wieder in das Tal;
Er wähnt, ihn höhne noch in seiner Qual
Der Tag, nach dessen Quell er kühn gerungen.

Wie ihm indes die Brust, von Schmerz durchdrungen,
Die feuchte Erde kühlt, sieht er zumal
Im Blumentau der Sonne vollen Strahl
Und rings von seinen Perlen sich umschlungen.

Nachsinnt der Aar: Ich schwang mich stolz empor,
Bis ich, geblendet, Aug’ und Kraft verlor;
Demütig blieb im Talesgrund der Tau.

Da stieg herab das Licht vom Äther blau,
Hat ihn dem dunklen Erdensein entrückt
Und hell, wie eine Himmelsbraut, geschmückt.