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Normale Version: Sonette - in 12 Runden zu 14 Gedichten - 08 Prometheisches
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Prometheisches

Stimmen der Berge


Zu Bergesriesen sprach das Heer der Berge:
Wo gäb’ es Worte, euer Glück zu loben?
Ihr seid die Mittler zwischen Hier und Droben,
Wie von Gestade zu Gestad’ der Ferge.

Die Riesen drauf: O töricht eitle Zwerge!
Ihr sprächt wohl anders, throntet selbst ihr oben!
Beklagen sollt ihr, die ein Gott erhoben,
Da ihre Größe ihres Glückes Scherge.

O schwerstes Los, du Nähe der Gestirne!
Hier Donner, Blitz und Sturm, dort unten Regen,
Hier wilder Mächte Kampf, bei euch der Segen!

Im Dunkel ihr, im Lichtmeer unsre Firne,
Und dennoch warm bei euch, wenn unsre Stirne
Der Schnee bedeckt und eis’ge Winde fegen.


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