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Normale Version: Sonnets 141
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William Shakespeare
1564 – 1616 England



CXLI.

In faith, I do not love thee with mine eyes,
For they in thee a thousand errors note;
But 'tis my heart that loves what they despise,
Who in despite of view is pleased to dote;
Nor are mine ears with thy tongue's tune delighted,
Nor tender feeling, to base touches prone,
Nor taste, nor smell, desire to be invited
To any sensual feast with thee alone:
But my five wits nor my five senses can
Dissuade one foolish heart from serving thee,
Who leaves unsway'd the likeness of a man,
Thy proud hearts slave and vassal wretch to be:
Only my plague thus far I count my gain,
That she that makes me sin awards me pain.


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 Übersetzung von
Terese Robinson
 

CXLI.

 
Wahrlich, ich lieb dich mit den Augen nicht,
Die deine tausend Fehler kühl betrachten,
Mein Herz ist’s, das den Augen widerspricht,
Sinnlos verliebt in das, was sie verachten.
Und kein Entzücken ist’s mir, dir zu lauschen,
Mit schmeichelndem Betasten nah zu sein,
Geschmack, Geruch, nichts lockt, mich zu berauschen
An einem Sinnenfest mit dir allein.
Doch Klugheit löst das Herz nicht aus dem Bann,
Nicht können die fünf Sinne mich erretten,
Da, kläglich Scheinbild ich von einem Mann,
Dein Sklave ward und Knecht in deinen Ketten.
 
In alle Kümmernis fällt nur ein Strahl:
Die mich in Sünde stieß, kennt meine Qual.


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