Sonett-Forum

Normale Version: 1927: Barlach - Der Schwebende
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Ernst Barlach


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Bei der Arbeit am Schwebenden

------------------------------------------- "Für mich hat während des Krieges die Zeit stillgestanden.
------------------------------------------- Sie war in nichts anderes Irdisches einfügbar. Sie schwebte."
----------------------------------------------------- Barlach zu Fritz Schumacher

------------------------------------------- In den Engel ist mir das Gesicht von Käthe Kollwitz hineingekommen,
------------------------------------------- ohne daß ich es mir vorgenommen hätte.
------------------------------------------- Hätte ich sowas gewollt, wäre es mir wahrscheinlich missglückt.
----------------------------------------------------- Barlach an Reinhard Pieper


Der Krieg: Wenn ich aus eigenem Erleben
erinnere, so fiel er aus der Zeit.
Ein Denk-, ein Mahnmal für die Grausamkeit
darf gar nicht irdisch sein. Es müsste schweben

wie ein Gewitter - oder Cherubim.
Nicht um zu strafen oder um zu rächen.
Dem Neuen war es Zeit nun anzubrechen.
Was für uns grausam scheinen mag und schlimm,

ist vielleicht auch nur Teil von Gottes Plan.
Wär wirklich besser, was ich selbst erbäte?
So leg' ich wieder meine Hände an:

Ich such' nach mensch- wie engelhaften Zügen
und staune, wie sie sich zusammenfügen:
Im Engel formt sich das Gesicht - von Käthe!


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