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Normale Version: 022 Castità
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Castità

Castità, che da Veno è guer[r]eggiata,
Sì disse a Gelosia: "Perdio, merzede!
S'a questo fatto l'uon non ci provede,
I' potrè' bentosto es[s]ere adontata.
Vergogna e Paura m'ànno abandonata;
In quello Schifo foll'è chi si crede,
Ch'i' son certana ch'e' non ama a fede,
Po' del giardin sì mal guardò l'entrata;
Donde vo' siete la miglior guardiana
Ch'i' 'n esto mondo potes[s]e trovare.
Gran luogo avete in Lombardia e 'n Toscana.
Perdio, ched e' vi piaccia il fior guardare!
Che se que' che 'l basciò punto lo sgrana,
non fia misfatto ch'uon poss'amendare".
In Übertragung von

Richard Zoozmann
1863 – 1934




XXII. Die Keuschheit.



Keuschheit, die nie der Venus holdgesonnen,
Begann zur Eifersucht: „Gott schenk mir Gnade!
Wer hier nicht einsichtsvoll, um den wärs schade,
Und bald von Unheil säh ich mich umsponnen.

Scham wäre wie auch Furcht mir schnell entronnen,
Und wer dem Trotz vertraut, geht üble Pfade,
Denn seine Treu ist falsch im höchsten Grade,
Da er als Gartenschutz nicht Ruhm gewonnen.

Ihr aber seid die besten Hüterinnen,
Die irgendwo auf Erden zu erproben;
Selbst Tuscien müßt und Lombardei euch loben.

Laßt nur um Gott! die Blume Schutz gewinnen;
Denn wollte, wer sie küßte, sie zerpflücken,
Nie würde Heilung dieses Schadens glücken.“


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