Sonett-Forum

Normale Version: 001 Lo Dio d'Amor con su' arco mi trasse
Du siehst gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.
Lo Dio d'Amor con su' arco mi trasse
Perch'i' guardava un fior che m'abellia,
Lo quale avea piantato Cortesia
Nel giardin di Piacer; e que' vi trasse
Sì tosto c[h]'a me parve ch'e' volasse,
E disse: "I' sì ti tengo in mia balìa".
Alló·gli pia[c]que, non per voglia mia,
Che di cinque saette mi piagasse.
La prima à non' Bieltà: per li oc[c]hi il core
Mi passò; la seconda, Angelicanza:
Quella mi mise sopra gran fredore;
La terza Cortesia fu, san' dottanza;
La quarta, Compagnia, che fe' dolore;
La quinta apella l'uon Buona Speranza.
In Übertragung von

Richard Zoozmann
1863 – 1934



I. Die Pfeile Amors

Gott Amor schnellte auf mich ab den Bogen,
Weil einer Blume Anblick mich berückte,
Mit der Frau Höflichkeit den Garten schmückte
Der Wonnelust. Und Amor kam gezogen

So eiligen Laufs, mir schien es wie geflogen,
Und rief: „Jetzt hab ich dich!“ Drauf ihm es glückte,
Daß wider meinen Wunsch er auf mich zückte
Fünf Pfeile, die, verwundend mich, nicht trogen.

Als erster Schönheit mir das Herz zerspellte
Durchs Auge; Sanftmut sich der zweite nannte:
Der ließ mich schauern unter eisiger Kälte.

Die Höflichkeit benannte sich ein dritter,
Geselligkeit der vierte, peinvoll-bitter;
Und Hoffnung hieß der fünfte allbekannte.


.